Die neue deutsche Gemütlichkeit

 

„Wohngefühl trifft Ladenbauwelten“, resümiert die Innenarchitektin Andrea Fritz, Mitinhaberin der Firma Möbel & Raum in Michelstadt, wenn es um Trends bei der Einrichtung von Geschäften geht.

 

Die kühle Sachlichkeit bei der Einrichtung ist passé. Es darf wieder gemütlich sein in den deutschen Wohnzimmern und dieser Trend ist auch beim Ladenbau zu beobachten. „Retrostil, der die 50er- und 60er- Jahre wieder aufblühen lässt, ist momentan ein Thema“, berichtet Andrea Fritz von ihren Besuchen bei diversen Einrichtungsmessen. Da bei existieren viele Richtungen kunterbunt nebeneinander. „Einrichtungen werden wieder persönlicher, die Dekoration erzählt authentische Geschichten. Ob beim Messe- oder Ladenbau: Der Gang durch diese Erlebniswelten fühlt sich an wie ein ganz privater Einblick in ein bewegtes Leben. Wir haben schon vor zwei Jahren damit begonnen, unseren Messeauftritt komplett zu verändern: von der weißen, geradlinigen Sachlichkeit zurück zum Holz. Weg von den Betonoberflächen zu samtigen Stoffen, dunkleren, stumpfen, gedeckten Farben“, sagt die Ladenbauexpertin. Besucher sollen sich einfach nur wohlfühlen – fast wie zu Hause. Mittlerweile hat sich der Trend durchgesetzt und immer mehr Geschäfte verlangen nach „heimeligen“ Lösungen.

 

Geschäfte erzählen persönliche Geschichten

 

Andrea Fritz hat das ideale Juweliergeschäft für ihren Messeauftritt gestaltet, das die neuen Ansprüche widerspiegelt. Eine Sitzecke inklusive einem samtigen Sofa lädt zum Verweilen ein. Ein kleiner Tisch rundet das Ensemble ab. Das Licht ist ausreichend, bleibt unauffällig, erzeugt Atmosphäre. Die Kupferkugelleuchten spiegeln mit ihrem Glanz die komplette Umgebung wider. Kleine Schmuckschaukästen an der Wand präsentieren Einzelstücke. Daneben sind auf einem schmalen Glasregal Sammelstücke wie aus „Mutters Vasenabteilung“ versammelt. Die große Schmuckvitrine erinnert an eine Hemdentheke in einem guten Herrenausstatter. Sie ist nicht nur ein perfektes Lager für die Ware, sondern gewährt zugleich einen Einblick in das vielseitige Angebot des Juweliers. Die einzelnen Tabletts sind herausnehmbar und dienen somit zur Vorlage. Eine LED-Beleuchtung im Inneren bringt Schmuck und Uhren zum Brillieren. Die würfelförmigen Glasvitrinen mit ausziehbaren Ausstellungsebenen zeigen „Bein“. Darunter gibt es flache Schübe – abschließbar und herausziehbar zum Vorlegen. Mit dieser wohnlichen Atmosphäre gelingt es dem Juwelier, eine ganz persönliche Gesprächsbasis aufzubauen und ein einmaliges Einkaufserlebnis zu schaffen.

 

Im Wohlfühlambiente lässt es sich entspannter verkaufen: „Schöner wohnen“ lautet daher das neue Motto der Ladengestaltung bei Möbel & Raum.

 

"GZ" GOLDSCHMIEDE ZEITUNG
Das Magazin für Schmuck und Uhren
04/2016 Seite 76

 

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